Jüdisches Vereinsleben
Jüdisches Leben in Flieden
Seit dem späten Mittelalter gehörte die jüdische Kultur zum Leben Fliedens - bis mit Hulda und Markus Goldschmidt
1942 die beiden letzten Juden deportiert wurden (Stolpersteine gegenüber der Ev. Kirche). Um die Wende zum 20.
Jahrhundert hatte Flieden bei ca. 2100 Einwohnern 105 jüdische Mitbürger.
„Auch in den Ortsvereinen waren die jüdischen Mitbürger aktiv und eifrige Förderer. Allein dem Turnverein gehörten
elf jüdische Mitglieder an, im Sportverein mag es ähnliche Zahlen gegeben haben. Salomon Katzmann war im
Gemeinderat tätig und wurde 1894 Gründungsvorsitzender der freiwilligen Feuerwehr, nach 26 Jahren deren
Ehrenvorsitzender. […] Positive Zeichen der Integration waren die Eröffnung jüdischer Kaufläden, wie 1870 des
Kaufhauses Jesajas Katz vor der kath. Kirche, die Erbauung eigener Wohn– und Geschäftshäuser und das Engagement
innerhalb der bürgerlichen Gemeinde.“
[Raimund Henkel in „Juden in Deutschland…“]
Gründungsurkunde der Freiwilligen
Feuerwehr Flieden mit der Unterschrift
von Salomo Katzmann an erster Stelle
Fußballmannschaft des SV Buchonia Flieden
von 1922 mit einigen jüdischen Mitspielern