Jüdisches Leben in Flieden
Warum eine amerikanische Jüdin das Projekt unterstützt
„Bruchlinien“-
Ein jüdisch-christliches Kunstwerk      in der Ev. Kirche / ehem. Synagoge Flieden     -

„Eine bessere Zukunft für alle“

Interview von Barbara Rubert mit Miriam Marie Ariel aus Boston

Barbara: Warum sind Sie nach Deutschland gekommen? Miriam Marie: Mit meinem Partner Richard Olson hatte ich eine Reise nach Amsterdam geplant. Ich war noch nie in Deutschland gewesen. Ich hatte mir überlegt, dass ich vielleicht die Heimat meines Vaters besuchen sollte, da es geographisch nicht so weit weg war. Ich freute mich nicht darauf, in Deutschland zu sein bzw. dort hinzufahren. Tatsächlich hatte ich mir in den USA eine CD mit Sprachunterricht besorgt, nicht um Deutsch zu lernen, sondern nur um zu hören, wie es gesprochen wird und klingt, damit ich nicht ausflippe, wenn um mich herum Deutsch gesprochen wird. Ich hatte große Angst Deutschland zu bereisen. Barbara: Was war Ihr Leitmotiv? Ihre Familiengeschichte? Miriam Marie: Die Familie meiner Mutter kam in den 1860er Jahren aus Deutschland in die Vereinigten Staaten. Sie betrachteten sich als 100%i ge Amerikaner und ihre Art, jüdisch zu sein, bestand nur darin, jüdisch zu heiraten und von einem Rabbiner beerdigt zu werden. Nichts weiter. Sie waren sehr assimiliert. Ich bin vielleicht das einzige jüdische Mädchen auf der Welt, das Marie Grace heißt. Die Familie meines Vaters waren orthodoxe Juden, die zuerst in Hintersteinau lebten, dann in Flieden, wo die Bar Mizwa meines Vaters in der Synagoge statt gefunden hatte und er dort die jüdische Schule besuchte, später dann in Fulda und schließlich in Frankfurt am Main. Als ich in New York City aufwuchs, wusste ich, dass wohlhabende Juden wie meine Familie in einer völlig anderen Welt lebten als wohlhabende Christen. Ich habe eine säkulare, progressive Schule besucht, in der alle Schüler / innen aus jüdischen Familien stammten, aber Religion Unterricht war ein Tabu. Das Gleiche galt für das Sommer Camp, die Tanzschule und den Country Club. Ich lebte in einer Stadt mit einem hohen jüdischen Bevölkerungsanteil , meine persönliche Lebenswelt war ausschließlich jüdisch. Einen direkten Antisemitismus habe ich nie erlebt. Barbara: Was war Ihre Absicht, Ihr Antrieb für Ihre Reise? Miriam Marie: Dank meiner progressiven Grundschul- und Highschool Ausbildung an den Ethical Culture Fieldston Schools habe ich mich für soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit eingesetzt. Seit über 60 Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich in verschiedenen Organisationen, die sich mit der Geschichte des Rassismus in den USA auseinandersetzen, sowie dem Antisemitismus in den USA und der lächerlichen wirtschaftlichen Ungleichheit in meinem Land. Mein Interesse an der jüdischen Geschichte und Kultur begann sehr spät. Im Jahr 1980 wurde ich geschieden, und zur gleichen Zeit las ich eine Geschichte über Antisemitismus. Ich dachte: "Wenn sie die Leute wieder schikanieren, so möchte ich zumindest einen jüdischen Namen haben." Als ich nach der Scheidung meinen Nachnamen legal änderte, änderte ich zugleich meinen Vornamen zu Miriam. In den offiziellen Papieren heiße ich jetzt Miriam Marie, obwohl ich im Alltag immer noch Marie sage. Im Jahr 2003 schloss ich mich dann einem Lesezirkel des Boston Workers Circle (BWC) an. Der BWC ist eine säkulare, sehr fortschrittliche, 120 Jahre alte jüdische Organisation, die von überwiegend sozialistischen Einwanderern aus Osteuropa gegründet wurde. Der ursprüngliche Name war Arbeiter Ring/ Workmen's Circle. Die ursprünglichen Mitglieder waren in der amerikanischen Arbeiterbewegung sehr aktiv und setzten sich auch für den Erhalt der jüdischen Kultur in den Vereinigten Staaten ein. Durch den Lesezirkel habe ich 10 Bücher pro Jahr gelesen, insgesamt 190 Bücher, die über die jüdische Lebenswelt durch die Jahrhunderte und den entsprechenden Orten erzählten. So habe ich viele Antworten auf meine ursprünglichen Fragen erhalten. Zugleich habe ich mich stärker im Boston Workers Circle engagiert, der die Ausschüsse für Rassen- und Wirtschaftsgerechtigkeit, Gerechtigkeit für Einwanderer sowie jüdisch-muslimische Solidarität stärkt, sowie Kurse zu säkularen jüdischen Ritualen veranstaltet, darüber hinaus Jiddisch Unterricht anbietet, eine Shul (Sonntagsschule) organisiert und einen renommierten jiddischen Chor/A Bessere Velt betreibt ( https://circleboston.org ). Barbara: Wie waren Ihre Gefühle, als Sie zum ersten Mal nach Flieden kamen? Gemischte Gefühle? Miriam Marie: Ich hatte Angst nach Deutschland zu kommen. Wie gesagt, allein der Klang der gesprochenen deutschen Sprache hatte mich schon verunsichert. Es war wirklich sehr hilfreich, dass Richard und meine Guide Barbara Rubert dabei waren. Barbara war so wohlwollend und kenntnisreich, dann ihre Arbeit im europäisch jüdischen Kontext in Frankfurt und darüber hinaus , stärkten bzw. bestärkten mein Vertrauen zu dieser Deutschland Reise. Dann, durch Zufall? Oder durch kosmische Fügung? trafen wir Pfarrer Holger Biehn. Barbara hatte uns in Flieden die Evangelische Kirche/ehemalige Synagoge gezeigt. Richard und ich standen davor und betrachteten die Gedenktafel an der Außenwand, die an die 1938 von einem Mob zerstörte Synagoge erinnert. Pfarrer Biehn kam zufällig vorbei, und wir begannen ein wunderbares und wichtiges Gespräch darüber, wie man der Juden von Flieden weiter gedenken könnte. Pfarrer Biehn hatte bereits eine Vision davon, was getan werden sollte. Ich ließ mich von seiner Vision mitreißen, und innerhalb eines Jahres gelang es mir, die Kirche mit dem jüdisch-amerikanischen Glasmaler Barney Zeitz in Verbindung zu bringen, der die herrlichen Fenster erschaffen hat, die sich jetzt in der Kirche befinden. Barbara: Was haben Sie über Deutschland gelernt? Miriam Marie: In den USA habe ich Barney Zeitz bei der Beschaffung von Spenden für die Fenster geholfen. Dabei lernte ich das große Engagement der Mitglieder des Ausschusses der Evangelischen Kirche, Dr. Thomas Fendert, Karla Heil, Wolfgang Petsch, Lottemarie Salfer und Christine Pelzlbauer, kennen. Ihnen war und ist es ein Anliegen, an die jüdische Geschichte Fliedens und die Geschichte des Gebäudes, das zuerst eine Synagoge war und jetzt Kirche ist, zu erinnern. Zusammen mit Pfarrer Biehn waren die Ausschussmitglieder entschlossen, Glasfenster von einem jüdischen Künstler anfertigen zu lassen, um den gemeinsamen Glauben an den Frieden zu beleuchten, der durch Aarons Segen (4. Mose 6:22-27) gefeiert wird. Das Gebet scheint jetzt durch die Fenster, auf Deutsch und auf Hebräisch, zu beiden Seiten des Heiligtums. Im September 2019 durften Richard und ich zur Einweihung der Glasfenster nach Flieden kommen. Gleichzeitig waren wir gesegnet von der Zeit mit Pfarrer Biehn, seiner Familieund den Mitgliedern des Kirchenvorstandes, die ich jetzt als gute Freunde empfinde. Barbara: Was denken Sie jetzt über Deutschland – nach dem Flieden Erlebnis? Hat es Ihre Einstellung geändert? Wollen Sie wiederkommen? Miriam Marie: Ich schätze meine Verbindungen zu meinen deutschen Freunden sehr. Ich weiß, dass wir in jedem unserer Länder daran arbeiten, Diskriminierung und Gewalt zu einzudämmen. Die Evangelische Kirche/Ehemalige Synagoge ist ein Zeugnis unserer gemeinsamen Ziele. Sowohl in den USA als auch in Deutschland müssen wir uns alle mit unserer beschämenden Geschichte auseinandersetzen, wenn es Hoffnung für diejenigen geben soll, die von Hassgruppen angegriffen und unter Ungleichheit leiden wir müssen aus der Geschichte lernen um eine bessere Zukunft für alle zu gestalten. Jedes erfolgreiche Zusammenkommen von Menschen, die als „anders“ abgestempelt wurden, ist ein wichtiger Schritt. Jedes Gesetz, das Menschen schützt und die Gleichberechtigung fördert, ist ein weiterer Schritt. Jeder Zeitungsartikel, jede Fernsehsendung, jeder Film, der die Wahrheit über unsere Geschichte erzählt und aufzeigt, was für die Zukunft hoffnungsvoll sein könnte, ist auch ein weiterer großer Schritt. Barbara: Nun eine andere Frage. Antisemitismus ist bekanntlich ein weltweites Phänomen – wie denken Sie darüber? Miriam Marie: „Globalist“ ist ein Begriff mit antisemitischer Geschichte und wird oft als Codewort für„Juden“ benutzt. Ich bin stolz darauf eine Globalistin zu sein, die glaubt, dass jede/ er, hier und überall auf diesem Planeten, es verdient, gut behandelt zu werden. Interview durchgeführt und übersetzt von Barbara M. Rubert M.A.
Miriam Marie Ariel mit Barney Zeitz bei ihrem Besuch in Deutschland im September 2019
Miriam Marie Ariel mit dem Künstler Barney Zeitz 2019 in Flieden
Jüdisches Leben in Flieden
Warum eine amerikanische Jüdin das Projekt unterstützt
„Bruchlinien“-
Ein jüdisch-christliches Kunstwerk      in der Ev. Kirche / ehem. Synagoge Flieden     -

„Eine bessere Zukunft für alle“

Interview von Barbara Rubert mit Miriam Marie Ariel aus Boston

Barbara: Warum sind Sie nach Deutschland gekommen? Miriam Marie: Mit meinem Partner Richard Olson hatte ich eine Reise nach Amsterdam geplant. Ich war noch nie in Deutschland gewesen. Ich hatte mir überlegt, dass ich vielleicht die Heimat meines Vaters besuchen sollte, da es geographisch nicht so weit weg war. Ich freute mich nicht darauf, in Deutschland zu sein bzw. dort hinzufahren. Tatsächlich hatte ich mir in den USA eine CD mit Sprachunterricht besorgt, nicht um Deutsch zu lernen, sondern nur um zu hören, wie es gesprochen wird und klingt, damit ich nicht ausflippe, wenn um mich herum Deutsch gesprochen wird. Ich hatte große Angst Deutschland zu bereisen. Barbara: Was war Ihr Leitmotiv? Ihre Familiengeschichte? Miriam Marie: Die Familie meiner Mutter kam in den 1860er Jahren aus Deutschland in die Vereinigten Staaten. Sie betrachteten sich als 100%i ge Amerikaner und ihre Art, jüdisch zu sein, bestand nur darin, jüdisch zu heiraten und von einem Rabbiner beerdigt zu werden. Nichts weiter. Sie waren sehr assimiliert. Ich bin vielleicht das einzige jüdische Mädchen auf der Welt, das Marie Grace heißt. Die Familie meines Vaters waren orthodoxe Juden, die zuerst in Hintersteinau lebten, dann in Flieden, wo die Bar Mizwa meines Vaters in der Synagoge statt gefunden hatte und er dort die jüdische Schule besuchte, später dann in Fulda und schließlich in Frankfurt am Main. Als ich in New York City aufwuchs, wusste ich, dass wohlhabende Juden wie meine Familie in einer völlig anderen Welt lebten als wohlhabende Christen. Ich habe eine säkulare, progressive Schule besucht, in der alle Schüler / innen aus jüdischen Familien stammten, aber Religion Unterricht war ein Tabu. Das Gleiche galt für das Sommer Camp, die Tanzschule und den Country Club. Ich lebte in einer Stadt mit einem hohen jüdischen Bevölkerungsanteil , meine persönliche Lebenswelt war ausschließlich jüdisch. Einen direkten Antisemitismus habe ich nie erlebt. Barbara: Was war Ihre Absicht, Ihr Antrieb für Ihre Reise? Miriam Marie: Dank meiner progressiven Grundschul- und Highschool Ausbildung an den Ethical Culture Fieldston Schools habe ich mich für soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit eingesetzt. Seit über 60 Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich in verschiedenen Organisationen, die sich mit der Geschichte des Rassismus in den USA auseinandersetzen, sowie dem Antisemitismus in den USA und der lächerlichen wirtschaftlichen Ungleichheit in meinem Land. Mein Interesse an der jüdischen Geschichte und Kultur begann sehr spät. Im Jahr 1980 wurde ich geschieden, und zur gleichen Zeit las ich eine Geschichte über Antisemitismus. Ich dachte: "Wenn sie die Leute wieder schikanieren, so möchte ich zumindest einen jüdischen Namen haben." Als ich nach der Scheidung meinen Nachnamen legal änderte, änderte ich zugleich meinen Vornamen zu Miriam. In den offiziellen Papieren heiße ich jetzt Miriam Marie, obwohl ich im Alltag immer noch Marie sage. Im Jahr 2003 schloss ich mich dann einem Lesezirkel des Boston Workers Circle (BWC) an. Der BWC ist eine säkulare, sehr fortschrittliche, 120 Jahre alte jüdische Organisation, die von überwiegend sozialistischen Einwanderern aus Osteuropa gegründet wurde. Der ursprüngliche Name war Arbeiter Ring/ Workmen's Circle. Die ursprünglichen Mitglieder waren in der amerikanischen Arbeiterbewegung sehr aktiv und setzten sich auch für den Erhalt der jüdischen Kultur in den Vereinigten Staaten ein. Durch den Lesezirkel habe ich 10 Bücher pro Jahr gelesen, insgesamt 190 Bücher, die über die jüdische Lebenswelt durch die Jahrhunderte und den entsprechenden Orten erzählten. So habe ich viele Antworten auf meine ursprünglichen Fragen erhalten. Zugleich habe ich mich stärker im Boston Workers Circle engagiert, der die Ausschüsse für Rassen- und Wirtschaftsgerechtigkeit, Gerechtigkeit für Einwanderer sowie jüdisch-muslimische Solidarität stärkt, sowie Kurse zu säkularen jüdischen Ritualen veranstaltet, darüber hinaus Jiddisch Unterricht anbietet, eine Shul (Sonntagsschule) organisiert und einen renommierten jiddischen Chor/A Bessere Velt betreibt ( https://circleboston.org ). Barbara: Wie waren Ihre Gefühle, als Sie zum ersten Mal nach Flieden kamen? Gemischte Gefühle? Miriam Marie: Ich hatte Angst nach Deutschland zu kommen. Wie gesagt, allein der Klang der gesprochenen deutschen Sprache hatte mich schon verunsichert. Es war wirklich sehr hilfreich, dass Richard und meine Guide Barbara Rubert dabei waren. Barbara war so wohlwollend und kenntnisreich, dann ihre Arbeit im europäisch jüdischen Kontext in Frankfurt und darüber hinaus , stärkten bzw. bestärkten mein Vertrauen zu dieser Deutschland Reise. Dann, durch Zufall? Oder durch kosmische Fügung? trafen wir Pfarrer Holger Biehn. Barbara hatte uns in Flieden die Evangelische Kirche/ehemalige Synagoge gezeigt. Richard und ich standen davor und betrachteten die Gedenktafel an der Außenwand, die an die 1938 von einem Mob zerstörte Synagoge erinnert. Pfarrer Biehn kam zufällig vorbei, und wir begannen ein wunderbares und wichtiges Gespräch darüber, wie man der Juden von Flieden weiter gedenken könnte. Pfarrer Biehn hatte bereits eine Vision davon, was getan werden sollte. Ich ließ mich von seiner Vision mitreißen, und innerhalb eines Jahres gelang es mir, die Kirche mit dem jüdisch-amerikanischen Glasmaler Barney Zeitz in Verbindung zu bringen, der die herrlichen Fenster erschaffen hat, die sich jetzt in der Kirche befinden. Barbara: Was haben Sie über Deutschland gelernt? Miriam Marie: In den USA habe ich Barney Zeitz bei der Beschaffung von Spenden für die Fenster geholfen. Dabei lernte ich das große Engagement der Mitglieder des Ausschusses der Evangelischen Kirche, Dr. Thomas Fendert, Karla Heil, Wolfgang Petsch, Lottemarie Salfer und Christine Pelzlbauer, kennen. Ihnen war und ist es ein Anliegen, an die jüdische Geschichte Fliedens und die Geschichte des Gebäudes, das zuerst eine Synagoge war und jetzt Kirche ist, zu erinnern. Zusammen mit Pfarrer Biehn waren die Ausschussmitglieder entschlossen, Glasfenster von einem jüdischen Künstler anfertigen zu lassen, um den gemeinsamen Glauben an den Frieden zu beleuchten, der durch Aarons Segen (4. Mose 6:22-27) gefeiert wird. Das Gebet scheint jetzt durch die Fenster, auf Deutsch und auf Hebräisch, zu beiden Seiten des Heiligtums. Im September 2019 durften Richard und ich zur Einweihung der Glasfenster nach Flieden kommen. Gleichzeitig waren wir gesegnet von der Zeit mit Pfarrer Biehn, seiner Familieund den Mitgliedern des Kirchenvorstandes, die ich jetzt als gute Freunde empfinde. Barbara: Was denken Sie jetzt über Deutschland – nach dem Flieden Erlebnis? Hat es Ihre Einstellung geändert? Wollen Sie wiederkommen? Miriam Marie: Ich schätze meine Verbindungen zu meinen deutschen Freunden sehr. Ich weiß, dass wir in jedem unserer Länder daran arbeiten, Diskriminierung und Gewalt zu einzudämmen. Die Evangelische Kirche/Ehemalige Synagoge ist ein Zeugnis unserer gemeinsamen Ziele. Sowohl in den USA als auch in Deutschland müssen wir uns alle mit unserer beschämenden Geschichte auseinandersetzen, wenn es Hoffnung für diejenigen geben soll, die von Hassgruppen angegriffen und unter Ungleichheit leiden wir müssen aus der Geschichte lernen um eine bessere Zukunft für alle zu gestalten. Jedes erfolgreiche Zusammenkommen von Menschen, die als „anders“ abgestempelt wurden, ist ein wichtiger Schritt. Jedes Gesetz, das Menschen schützt und die Gleichberechtigung fördert, ist ein weiterer Schritt. Jeder Zeitungsartikel, jede Fernsehsendung, jeder Film, der die Wahrheit über unsere Geschichte erzählt und aufzeigt, was für die Zukunft hoffnungsvoll sein könnte, ist auch ein weiterer großer Schritt. Barbara: Nun eine andere Frage. Antisemitismus ist bekanntlich ein weltweites Phänomen – wie denken Sie darüber? Miriam Marie: „Globalist“ ist ein Begriff mit antisemitischer Geschichte und wird oft als Codewort für„Juden“ benutzt. Ich bin stolz darauf eine Globalistin zu sein, die glaubt, dass jede/ er, hier und überall auf diesem Planeten, es verdient, gut behandelt zu werden. Interview durchgeführt und übersetzt von Barbara M. Rubert M.A.