Von Flieden nach Hollywood: Julius Stern
„Bruchlinien“-
Ein jüdisch-christliches Kunstwerk      in der Ev. Kirche / ehem. Synagoge Flieden     -
Jüdisches Leben in Flieden
Deit Der Weg von Flieden nach Hollywood ist kurz. Er führt über Julius und Abe Stern und über Carl und Recha Laemmle. Julius Stern wird am 22. März 1886 als Sohn von Löb Stern und Merle Malchen Stern in Hintersteinau geboren. In den 1890ern zieht die Familie nach Flieden um. Im der Synagoge Flieden feiert Julius Stern im Frühjahr 1899 seine Bar Mizwah. Er hat sechs Geschwister. Bis auf eine wandern alle im Laufe der Zeit in die USA aus. Julius selbst geht 1903 mit 17 Jahren in die USA. Dort hat er zunächst im Textilwarengeschäft seines Onkels Salomon „Sam“ Stern gearbeitet. Dort hatte schon Julius ältere Schwester Recha (*08 Juli 1875) ihren Neuanfang in den USA begonnen. Sie heiratet den Geschäftsführer Carl Laemmle (*17. Januar 1867 in Lauphe- im, Württemberg) und so begann die enge Zusammenarbeit von Julius und Carl Laemmle.
Textilwarengeschäft „Continental Clothing“ in Ohkosh (Wisconsin), Ankommensort in den USA für die Fliedener Familie Stern
1905 verlassen beide „Continental Clothing“. Julius wurde Laemmles persönlicher Assistent und Manager von verschiedenen Firmen Laemmles: seinem Kino „White Front Theater“ in Chicago, seinem Filmstudio Independent Moving Picture Company (IMP) und schließlich ab 1912 bei der Universal Film Manufacturing Company. In einer ausgestorbenen Gegend bei Los Angeles, heute als Hollywood bekannt, kauften Laemmle und Stern 170 Hektar einer alten Hühnerfarm und eröffnete hier am 15. März 1915 die Universal City Studios. Die Universal Studios waren die ersten Filmstudios in Hollywood.
White Front Theater in Chicago, erstes Kino vo Carl Laemmle und Julius Stern
Mit seinem Bruder Abe gründete Julius 1917 seine eigene Produktionsfirma „Century Comedies“, 1926 die „Stern Brothers Comedy“. Bis zu einem abrupten Bruch mit Carl Laemmle arbeiteten die beiden Firmen eng mit Universal zusammen. Viele Stummfilmstars wurden von Julius und Abe entdeckt, darunter Baby Peggy oder Alice Howell. Die Produktionen der Stern-Brüder zeigten oft Tiere in komödiantischen Rollen. Es gab auch Produktionen mit Stan Laurel und Oliver Hardy, allerdings unabhängig voneinander. 1935 zog sich Julius Stern aus dem Filmgeschäft zurück. Bis dahin hatte er über 500 Low-Budget-Comedy- Kurzfilme veröffentlicht. Den Schritt ins Tonfilmzeitalter ist Julius Stern nicht mehr gegangen. Julius Stern siedelt nach New York über. Dort bekommt er eine Tochter, Miriam Marie, die 2013 wieder den Kontakt nach Flieden und Hintersteinau aufbaut. Julius Stern stirbt am 26. April 1977 im Alter von 91 Jahren in New York.
Zeitungsmeldung aus der „Motion Picture World“ vom 31.10.1914: Die Familie Stern/Laemmle scheint regelmäßig nach Flieden gereist zu sein. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges wurden diese Reisen schwieriger. Recha und ihre Kinder wurden anscheinend in Flie- den festgehalten und konnten erst durch persönliche Intervention eines Mitarbeiters von Laemmle freikommen.
Biographische Daten: Gilbert Sherman auf IMDb.com. Bilder: ebd. und Privatarchiv Miriam Marie Ariel
Julius und Abe Stern in Hollywood
Von Flieden nach Hollywood: Julius Stern
„Bruchlinien“-
Ein jüdisch-christliches Kunstwerk      in der Ev. Kirche / ehem. Synagoge Flieden     -
Jüdisches Leben in Flieden
Deit Der Weg von Flieden nach Hollywood ist kurz. Er führt über Julius und Abe Stern und über Carl und Recha Laemmle. Julius Stern wird am 22. März 1886 als Sohn von Löb Stern und Merle Malchen Stern in Hintersteinau geboren. In den 1890ern zieht die Familie nach Flieden um. Im der Synagoge Flieden feiert Julius Stern im Frühjahr 1899 seine Bar Mizwah. Er hat sechs Geschwister. Bis auf eine wandern alle im Laufe der Zeit in die USA aus. Julius selbst geht 1903 mit 17 Jahren in die USA. Dort hat er zunächst im Textilwarengeschäft seines Onkels Salomon „Sam“ Stern gearbeitet. Dort hatte schon Julius ältere Schwester Recha (*08 Juli 1875) ihren Neuanfang in den USA begonnen. Sie heiratet den Geschäftsführer Carl Laemmle (*17. Januar 1867 in Lauphe- im, Württemberg) und so begann die enge Zusammenarbeit von Julius und Carl Laemmle.
„Continental Clothing“ in Ohkosh (Wisconsin), Ankommensort in den USA für die Fliedener
1905 verlassen beide „Continental Clothing“. Julius wurde Laemmles persönlicher Assistent und Manager von verschiedenen Firmen Laemmles: seinem Kino „White Front Theater“ in Chicago, seinem Filmstudio Independent Moving Picture Company (IMP) und schließlich ab 1912 bei der Universal Film Manufacturing Company. In einer ausgestorbenen Gegend bei Los Angeles, heute als Hollywood bekannt, kauften Laemmle und Stern 170 Hektar einer alten Hühnerfarm und eröffnete hier am 15. März 1915 die Universal City Studios. Die Universal Studios waren die ersten Filmstudios in Hollywood.
White Front Theater in Chicago, erstes Kino vo Carl Laemmle und Julius Stern
Mit seinem Bruder Abe gründete Julius 1917 seine eigene Produktionsfirma „Century Comedies“, 1926 die „Stern Brothers Comedy“. Bis zu einem abrupten Bruch mit Carl Laemmle arbeiteten die beiden Firmen eng mit Universal zusammen. Viele Stummfilmstars wurden von Julius und Abe entdeckt, darunter Baby Peggy oder Alice Howell. Die Produktionen der Stern-Brüder zeigten oft Tiere in komödiantischen Rollen. Es gab auch Produktionen mit Stan Laurel und Oliver Hardy, allerdings unabhängig voneinander. 1935 zog sich Julius Stern aus dem Filmgeschäft zurück. Bis dahin hatte er über 500 Low-Budget-Comedy- Kurzfilme veröffentlicht. Den Schritt ins Tonfilmzeitalter ist Julius Stern nicht mehr gegangen. Julius Stern siedelt nach New York über. Dort bekommt er eine Tochter, Miriam Marie, die 2013 wieder den Kontakt nach Flieden und Hintersteinau aufbaut. Julius Stern stirbt am 26. April 1977 im Alter von 91 Jahren in New York.