Die Situation an anderen Orten
Ehemalige Synagogen, die als Kirche genutzt werden
Es gibt in Deutschland neben Flieden noch vier weitere ehemalige Synagogen, die während der Reichspogromnacht geschändet
wurden und nun als evangelische Kirchen genutzt werden. Jeder dieser Orte sucht seinen eigenen Umgang mit dieser Historie.
Die Synagoge wird zur Kirche
In
der
Nachbarschaft:
Die
Landsynagoge
Heubach
Nicht
weit
von
Flieden
entfernt
gibt
es
eine
weitere
ehemalige
Synagoge,
die
heute
als
Gedenkort
dient:
In
Heubach,
etwa
15km
südöstlich
von
Flieden.
Dort
musste
die
jüdische
Gemeinde
schon
1937
ihre
1843
gebaute
Synagoge
aufgeben,
die
Gemeinde
war
zu
klein
geworden.
Aus
der
Synagoge
wurde
das
Rathaus.
Seit
den
1970ern
stand
das
Gebäude
leer
und
verfiel.
Ab
2003
wurde
das
Gebäude
umfassend
saniert.
Dort
konnten
viel
mehr
Spuren
des
jüdischen
Lebens
freigelegt
werden:
originale
Wandbemalungen beispielsweise und sogar die Mique.
Seit
2007
dient
die
Landsynagoge
als
kulturelle
Begegnungsstätte mit einem vielfältigem Programm.
In Rexingen (Ortsteil von Horb bei Freudenstadt) ist der Verein „Ehemalige Synagoge
Rexingen“ Besitzer und Verwalter des Gebäudes, hat es als Lernort eingerichtet und stellt es
der Evangelischen Kirchengemeinde für ihre Gottesdienste zur Verfügung.
(https://www.ehemalige-synagoge-rexingen.de/).
Auch in Stockerau in Niederösterreich wurde bei der Renovierung in den 1950er Jahren das
Jüdische Erbe des Hauses überdeckt. Die 2020 neu gestalteten Prinzipalstücke (Altar, Kanzel,
Taufbecken) erinnern nun an das jüdische Erbe. (Fernsehbericht über die ehem. Synagoge
Stockerau)
In Höchberg bei Würzburg erinnert schon seit 1979 eine
Menorah an das jüdische Erbe des Hauses. Ein Fenster mit
hebräischem Text ist nun an der Stelle des Thoraschreins. (Link zum Jubiläumsjahr 300 Jahre
Jüdisches Leben in Höchberg)
Auch die Kirche in Mogendorf im Westerwald hat
versucht, mit ihrer alten bedrückenden Geschichte
Neues zu gestalten, auch angeregt durch unser
Projekt und den Bericht im ZDF. Vertreter der
Kirchengemeinde Mogendorf besuchten uns im
Frühjahr 2016. Am 16. September 2018 sind deren
neugestaltete Kirchenfenster in der renovierten
Kirche eingeweiht worden.
Altar in Stockerau, bestehend aus zwei
ineinander verschränkten Davidsternen
Fenster der Ostwand in Höchberg
Fenster von 2018 in Mogendorf