Der Künstler Barney Zeitz über sich selbst
„Bruchlinien“-
Ein jüdisch-christliches Kunstwerk      in der Ev. Kirche / ehem. Synagoge Flieden     -
Die Fenster - Entstehung
Ich beschäftige mich seit gut anderthalb Jahren mit dieser deutschen Kirche, der ehemaligen Synagoge, und dieses Projekt ist für mich wichtiger geworden als irgendeine Arbeit für einen Kunden. Es ist ein Segen für mich, mit diesem Projekt zu tun zu haben. Da ich in Fall River als Minderjähriger jüdisch erzogen wurde, denke ich, dass ich eher eine amerikanische Mischung aus allem Möglichem bin: Sechziger, gescheiterter Hippie (weil ich zu hart arbeite), Handwerker, Künstler, Tänzer, Kampfkünstler, Motorradfahrer, Ehemann und Vater. Ich habe selten darüber nachgedacht, woher meine Leute kamen, bis ich letztes Jahr nach Deutschland kam.
Im Jahr danach habe ich viel herausgefunden. Mein Urgroßvater stammte aus Preußen und kam 1880 hierher. Ein Hausierer. Mein Namensvetter, sein Sohn Barney Zeitz und zwei Geschwister, kamen auch mit ihm und der Mutter. Mein Großvater hat nie mit mir darüber gesprochen, dass er seinen Vater im Alter von 8 Jahren verloren hat. Er war sehr liebevoll, aber auch emotional verschlossen. Ich hatte schon das Gefühl, dass meine Herkunft für mich von Bedeutung sein könnte, aber es gibt keinen Ort, wo ich hingehen könnte; keine Stadt, kein Haus zum Anschauen, es ist nicht mal sicher, in welcher Gegend ich suchen müsste. Die Menschen in Flieden erinnern sich nun daran, dass die Juden 500 Jahre in ihrem Ort gelebt haben, bis zum Holocaust. Ich mochte die Aufrichtigkeit der Leute in Flieden. Als ich nach fünf Tagen bei ihnen wieder gegangen bin, waren wir alle sehr angerührt. Mir wurde klar, dass wir alle von irgendwoher kamen, wenn nicht aus diesem Ort, dann von irgendwo her, wo es ganz ähnlich ist. Wenn ich um Spenden für dieses Projekt bitte, dass fragen mich viele jüdische Menschen, warum sie für Kirchenfenster in Deutschland bezahlen sollen. Ich kann nur sagen, dass dieses gemeinsame jüdische und christliche Friedensgebet für mich wie ein Willkommenshaus ist. Kein Holocaust-Mahnmal, kein Entschuldigungsort. Es ist eine positive Art zurückzuschauen, woher wir stammen und wie wir weiterkommen.
Im Juli 2015 in Flieden
Barney Zeitz bei den Arbeiten am ersten Fenster im Sommer 2016
Der Künstler Barney Zeitz über sich selbst
„Bruchlinien“-
Ein jüdisch-christliches Kunstwerk      in der Ev. Kirche / ehem. Synagoge Flieden     -
Die Fenster - Entstehung
Im Jahr danach habe ich viel herausgefunden. Mein Urgroßvater stammte aus Preußen und kam 1880 hierher. Ein Hausierer. Mein Namensvetter, sein Sohn Barney Zeitz und zwei Geschwister, kamen auch mit ihm und der Mutter. Mein Großvater hat nie mit mir darüber gesprochen, dass er seinen Vater im Alter von 8 Jahren verloren hat. Er war sehr liebevoll, aber auch emotional verschlossen. Ich hatte schon das Gefühl, dass meine Herkunft für mich von Bedeutung sein könnte, aber es gibt keinen Ort, wo ich hingehen könnte; keine Stadt, kein Haus zum Anschauen, es ist nicht mal sicher, in welcher Gegend ich suchen müsste. Die Menschen in Flieden erinnern sich nun daran, dass die Juden 500 Jahre in ihrem Ort gelebt haben, bis zum Holocaust. Ich mochte die Aufrichtigkeit der Leute in Flieden. Als ich nach fünf Tagen bei ihnen wieder gegangen bin, waren wir alle sehr angerührt. Mir wurde klar, dass wir alle von irgendwoher kamen, wenn nicht aus diesem Ort, dann von irgendwo her, wo es ganz ähnlich ist. Wenn ich um Spenden für dieses Projekt bitte, dass fragen mich viele jüdische Menschen, warum sie für Kirchenfenster in Deutschland bezahlen sollen. Ich kann nur sagen, dass dieses gemeinsame jüdische und christliche Friedensgebet für mich wie ein Willkommenshaus ist. Kein Holocaust-Mahnmal, kein Entschuldigungsort. Es ist eine positive Art zurückzuschauen, woher wir stammen und wie wir weiterkommen.
Im Juli 2015 in Flieden
Barney Zeitz bei den Arbeiten am ersten Fenster im Sommer 2016